LP (180g Vinyl) EMI ASD326
Rudolf Kempe dirigiert das
Berliner Philharmonische Orchester
Richard Strauss
Don Quixote - Phantastische Variationen
ueber ein Thema ritterlichen Charakters,
op. 35 (Anfang)
Don Quixote (Schluss)
Till Eulenspiegels lustige Streiche - Nach alter Schelmenweise, in Rondoform, op. 28
Aufnahmejahr: 1958
Don Quixote, der irre gewordene Ritter, der gegen Windmühlen kämpft, feindliche Heere von Schafen siegreich in die Flucht schlägt und schliesslich alt, traurig, aber wieder bei Sinnen zu Hause endet. Till Eulenspiegel, der Narr und Bürgerschreck, dessen lustige Streiche ein ganz und gar unlustiges Ende nehmen, indem ihm das genervte Volk den Prozess macht und ihn kurzerhand aufknüpft. Zwei tragische Helden in zwei der grössten Tondichtungen des bedeutendsten „Geschichtenerzählers“ unseres Jahrhunderts: Richard Strauss.
Mit den Eulenspiegeleien hat der erst 31 jährige Strauss 1895 erstmals zum ganz grossen Orchester gefunden (64 Instrumente!) und auf Anhieb einen Welterfolg gelandet: das so genannte „siegreichste Gelächter der Musik“. Dem unglücklichen Don Quixote (1897) ist der gleiche Erfolg versagt geblieben. Dabei gilt recht eigentlich für beide "Geschichten", was dem gefeierten „Eulenspiegel“ zugut gehalten wurde: „Versöhnlich klingt das geniale Stück aus, in dem, wie in kaum je einem anderen, Witz und Ironie in Musik übertragen wurden. Das Orchester ist von unglaublicher Vielseitigkeit: Es singt, pfeift, tänzelt, schlendert, lacht, fleht, ereifert sich, simuliert Tiefsinn, ist liebenswürdig, fein, gewöhnlich, derb, wirkt, verspottet; es jubelt, weint, sinnt, bewundert, verachtet, es hüpft übermütig dahin und enthüllt hie und da einen Menschen hinter dem Gewande des Schelms.“ Genau so klingt es auch in dieser gewaltigen historischen Aufnahme der Berliner Philharmoniker.
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