GRV1009

49,00 EUR

GRV1009
LP (180g Vinyl) Groove Note GRV1009

The Bill Cunliffe Trio
Live At Bernie’s

Satin Doll
Ireland
Waltz For Debby
Amusing Paramours
Jean
Excursions
Like A Dream
The Way You Look Tonight



Bill Cunliffe – Piano
Darek Oleszkiewicz – Bass
Joe La Barbara - Drums

Aufnahmejahr: 2001

Bernie Grundman ist die klangtüftlerische Koryphäe und das tonmeisterliche Monument der vergangenen 30 Jahre. Er hatte als Sound-Ingenieur bei der Produktion der Schallplatten sämtlicher Bands von Rang und Namen die Hand im Spiel. Voilà. Und Bill Cunliffe, 1989 Gewinner des namhaften Thelonius Monk International Jazz Piano Award, hat sich über die vergangenen vielleicht 15 Jahre zu einem der gefragtesten Jazz-Pianisten der mittleren Generation gemausert. Voilà. Tausende von Alben aller Art sind also in Bernie Grundmans Studios in Hollywood abgemischt und fertiggestellt worden, aber Bill Cunliffe ist der erste, der in den Grundman-Studios ein Album aufgenommen hat: „Live At Bernie’s“. Voilà.

„Am Samstag klopfte ich an die Tür des berühmten Mastering-Studios des legendären Bernie Grundman“, so Cunliffe. „Bernie persönlich führte mich in einen mysteriös wirkenden Kontrollraum voller altertümlicher Aufnahmegeräte, die aus einem Lagerbestand von Boris Karloff zu kommen schienen. Antiquierte Nadeln, Kabel, Zwingen und glänzend schwarze 12-Inch-Platten lagen verstreut im Studio. Ich fühlte mich inmitten eines Stücks Aufnahme-Geschichte ... Ich sah Joe La Barbera und Darek Oleszkiewicz in einem grossen Raum, wo wir aufnehmen würden – wirklich nichts als eine Halle ausserhalb des Kontrollraumes. Niemand hat dort je zuvor Aufnahmen gemacht. Wir begrüssten uns und machten uns an die Arbeit.“

Eingespielt hatten sich die seit Jahren befreundeten Musiker über geraume Zeit, nun galt es ernst, denn im Direct-to-disc-Verfahren gibt es kein Pardon, Fehler lassen sich nicht vom Lack der Scheibe kratzen. Für jede Plattenseite wurden – „Live At Bernie’s“ – 15minütige Einheiten von zwei Stücken hintereinander aufgenommen. Herausgekommen sind virtuoseste Kabinettstückchen, klingende Perlen. Nicht zu überhören, dass Cunliffe von der Klassik herkommt, mit Vorliebe für die späten Romantiker wie Rachmaninow, Prokofiew, Ravel, Debussy. Er verweigert sich bewusst der Atonalität und setzt so ganz und gar unavantgardistisch auf Harmonien – zum Weinen schön in seinem „Ireland“ (auf den englischen Komponisten John Ireland) oder Samuel Barbers „Excursions“, durchtrieben in Ellingtons „Satin Doll“, anspruchsvoll in Bill Evans „Waltz For Debbie“ und seinen „Amusing Paramours“, verschmitzt verspielt in Kern/Fields’ „The Way You Look Tonight“. Der Bass flirtet mit dem Piano, dieses plaudert mit den Drums, diese tuscheln mit dem Bass, dieser …

„Als wir uns die Aufnahmen nachher anhörten, flippten wir allesamt. Dies waren die wärmsten und am natürlichsten klingenden Aufnahmen eines Trios, die wir je gehört hatten … Und ich hätte nicht glücklicher sein können mit meinem Instrument -– ein 120 000fränkiger Flügel wie dieser (signiert von der grossen Rachmaninow-Interpretin Ruth Laredo) macht dich anders spielen“, schwärmt Cunliffe. „Ich war an einem anderen Ort.“ Wir auch.


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