LP (180g Vinyl) Impulse AS-54
“Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus” - Charlie Mingus (b, p); Jaki Byard (p); Eddie Preston, Richard Williams, Rolf Ericson (tp); Booker Ervin (ts); Eric Dolphy (as, fl); Charles Mariano (as); Jerome Richardson (ss, bs, fl); Dick Hafer (ts, cl, fl); Britt Woodman; Quentin Jackson (tb); Don Butterfield (tu); Jay Berliner (g); Walter Perkins, Dannie Richmond (dr)
Aufnahme: Januar und September 1963 von Bob Simpson
Produktion: Bob Thiele
Gleich fünfmal erscheint der Name von Charles Mingus auf dem Cover. Die Egozentrik des 1979 Verstorbenen kann man kritisieren, aber hier stellt die Plattenfirma Impulse ihn zu Recht fünfmal ins Rampenlicht: Als Komponisten, Bassisten, Arrangeur, als Dirigenten und Dompteur.
Komponiert hat er sechs der sieben Titel - so weit man es „Komponieren“ nennen kann, wenn die Musiker Harmonien übers Telefon vorgesungen oder vorgespielt bekommen und im Aufnahmestudio genau das Gegenteil von ihnen verlangt wird.
Als Bassist treibt er mit seinem fetten Sound die Solisten vor sich her, um sie im nächsten Moment durch abrupte Tempi-Wechsel aus den ausgetretenen Pfaden der Improvisation zu reißen.
Arrangieren hat Mingus bei Duke Ellington gelernt und er hat dessen Arbeitsweise zu übernommen: Noten werden nicht für irgendeinen, sondern speziell nur für einen Einzigen geschrieben. Hier sind das die Besten der Besten: Booker Ervin, Eric Dolphy und Charlie Mariano.
Als Dirigent hat Mingus seine Schlüsselmomente, wenn er mit dem Bass das ganze Ensemble mit seinen spontanen, kontrapunktischen Ideen durchaus autoritär antreibt und leitet.
Wie ein Dompteur in einer Musikergrube hat er sich Zeit seines Lebens gefühlt. Auch bei diesen Aufnahmesessions vom Januar und September 1963 saßen Individuen auf den Hockern; und das waren keine Schmusekatzen, die Herren Byard, Williams, Preston und Richmond!
Anspieltipps gefälligst? Ganz einfach: Jedes Stück ist allererste Sahne. Zumal jetzt auch die Pressqualität ohne die bei alten Impulse-Scheiben üblichen Schlieren im Vinyl top ist. Und auf den manchmal verwaschenen Sound der Billig-Nachpressungen verzichtet man gerne zugunsten dieses hier endlich durchhörbaren Ensemblespiels.
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