HMU7012

15,00 EUR

HMU7012
LP (150g Vinyl) Harmonia Mundi HMU7012

Mozart
Horn Concertos
Rondeau K 371
Rondo K 514

Lowell Greer (Naturhorn)
Philharmonie Baroque Orchestra
Nicholas McGegan (Leitung)



Es gehört zur ausserordentlichen Vielseitigkeit Mozarts, dass er - um jetzt nur die Gattung des Solokonzertes zu betrachten - für die meisten wichtigen Instrumente ein oder mehrere Konzerte geschrieben hat, die heute aus dem Standardrepertoire nicht wegzudenken sind. Neben den Pianisten (27 Konzerte) und den Violinisten (5 Konzerte) kommen auch die Hornisten mit vier Konzerten in die Gunst eines reichen Werkes aus Mozarts Hand, während sich Flötisten, Oboisten, Klarinettisten und Fagottisten an je einem Konzert für ihr Instrument erfreuen können. Doch gerade die Bläser mit ihrem eher schmalen Repertoire verdanken Mozart sehr viel, der für sie unvergängliche Werke geschaffen hat, die den Charakter und die Möglichkeiten des jeweiligen Instrumentes aufs genaueste treffen.

Nun war es aber mit den Möglichkeiten des Horns zu Mozarts Zeiten noch nicht sehr gut bestellt. Während die Saiteninstrumente von Anfang an insofern perfekt waren, als sie chromatisches Spiel, d.h. die Erzeugung aller Töne und Halbtöne innerhalb ihres Tonumfanges ermöglichten, war bei den Blasinstrumenten (mit Ausnahme der Zugposaune) eine lange technische Entwicklung nötig, bis auch auf ihnen alle Töne spielbar waren. Bei den frühen Formen des Horns wie auch bei der Trompete konnten nur die Naturtöne gespielt werden, so wie es heute noch beim Alphorn der Fall ist. Dieser Mangel wurde beim Waldhorn um 1750 etwas gemildert: durch die Technik des Stopfens, d.h. durch Einführen der rechten Hand in die Stürze ("Schalltrichter") des Instrumentes konnten die Töne um eine halbe Stufe erhöht werden. Damit wurden einige Lücken im Tonumfang geschlossen, was den Komponisten neue Möglichkeiten eröffnete. Uneingeschränktes chromatisches Spiel wurde aber erst durch die Erfindung der Ventile im Jahre 1818, also lange nach Mozarts Tod, möglich.

Als Mozart seine Hornkonzerte schrieb, musste er sich also auf die Möglichkeiten des mit der Technik des Stopfens gespielten Naturhorns beschränken. Charakteristisch sind der weiche, leicht melancholische Klang der hohen Register, die ein sehr sangbares Spiel ermöglichen, da hier mehr spielbare Töne sind als in den tiefen, sehr lückenhaften Registern, aus denen wir vornehmlich metallisch schmetternde Jagdmotive vernehmen. Diese unterschiedlichen Charakteristika der Waldhornklänge nutzt Mozart zur Freude des Hornisten und des Zuhörers voll aus, indem er die langsamen Sätze eher cantabile gestaltet, während er sich in den raschen Schluss-Sätzen der traditionellen Verwendung des Horns als Jagdinstrument erinnert.

In der vorliegenden Aufnahme spielt der Solist, Lowell Greer, auf einer originalgetreuen Nachbildung eines französischen Naturhornes aus dem Jahre 1818. Mit bemerkenswerter Überlegenheit meistert er die Tücken seines noch unvollkommenen Instrumentes; auch wenn durch das Stopfen Klangverfärbungen hörbar sind - und dass sie hörbar sind, gehört zum Reiz dieser Aufnahme - erreicht er innerhalb der einzelnen Register einen sehr homogenen Ton. Er singt in den hohen Lagen und schmettert in den tiefen munter einher.
Vom Baroque Philharmonie Orchestra wird er auf Originalinstrumenten in einer Weise begleitet, wie man es sich schöner nicht wünschen kann.

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