SRV274

25,00 EUR

SRV274
LP (180g Vinyl) SRV274

Maurice Abravanel dirigiert das
Utah Symphony Orchestra

Seite 1
Edgard Varèse
Amériques
1. Satz – Largo, Allegro giocoso, Allegretto vivace
2. Satz – Allegro
3. Satz – Allegro risoluto alla marcia
4. Satz – Allegretto vivace, Andante amoroso


Seite 2
Darius Milhaud
L’homme et son désir
1. Im Gebirge auf dem Pass
2. Im Dorf
3. In der Moschee (Bei Sonnenuntergang)
4. Prozession des Sardar

Arthur Honegger
Pacific 231

„Ein völlig sentimentaler Titel. Als ich ‚Amériques’ geschrieben habe, stand ich immer noch unter dem Eindruck meiner ersten Begegnung mit New York – nicht nur dem gesehenen, sondern vor allem dem gehörten New York. Zum erstenmal habe ich mit meinen eigenen Ohren einen Klang gehört, der in meinen Bubenträumen wiederholt vorgekommen war – ein hohes, pfeifendes C. Dieses ist wieder über mich gekommen, als ich in meinem Westside-Appartement arbeitete, wo ich all die Klänge des Flusses hörte – die einsamen Nebelhörner, die schrillen, herrischen Pfiffe – die ganze wunderbare Fluss-Symphonie, die mich stärker berührt hat als alles andere zuvor. Abgesehen davon hat mir als Knaben das Wort ‚Amerika’ einfach Entdeckungen, Abenteuer bedeutet. Es stand für das Unbekannte. Und in diesem symbolischen Sinn – neue Welten auf diesem Planeten, im Weltraum und in den Köpfen der Menschen – habe ich dem ersten Werk, das ich in Amerika geschrieben habe, den bezeichnenden Titel ‚Americas’ gegeben.“ So Edgard Varèse, wohl der avantgardistischste der avantgardistischen Komponisten des 20 Jahrhunderts, über seine von Schlaginstrumenten, Löwengebrüll und Sirenengeheul geprägte Klangorgie.

Musikalisch „ein rein archaisches Gefühl vermitteln“ war oftmals auch das Ziel des unerschöpflichen Schaffens von Darius Milhaud, der von sich sagte: „Ich bin am Mittlmeer zu Hause, aber an einem Mittelmeer, das von Konstantinopel bis Buenos Aires reicht.“ In der Tat hat der der Folklore und damit auch dem Jazz sehr zugetane Komponist durchaus als Avantgardist der Weltmusik gewirkt und oftmals in afrikanischen und lateinamerikanischen Quellen geangelt. Auf Vermittlung seines grossen zeitgenössischen Dichterfreundes Paul Claudel kam er geraume Zeit als Sekretär an die französische Botschaft nach Rio de Janeiro, wo er die brasilianische, ebenfalls stark von Perkussionsinstrumenten geprägte Musik, eingehend studieren konnte. Auch sein „L’homme et son désir“, ein „plastisches, verformbares Gedicht“, ist ein aufwühlendes Hohelied mit vierstimmigem, wortlosem Chor auf die Musik als Rhythmus.

„In ‚Pacific 231’ wollte ich nicht den Lärm der Lokomotive nachahmen, sondern einen visuellen Eindruck und einen physischen Genuss ins Musikalische übersetzen. Das Werk geht von der objektiven Anschauung aus: Das ruhige Atemschöpfen der Maschine im Stillstand, die Anstrengung beim Anziehen, das allmähliche Anwachsen der Schnelligkeit – bis zum lyrisch-pathetischen Zustand eines Zuges von 300 Tonnen, der mit 120 km/h durch die tiefe Nacht stürmt.“ So Arthur Honegger über sein Kultstück „Pacific 231“, auch dies eine Ode auf den Rhythmus aus einer Zeit der atemlosen Bewunderung der brachialen Maschinen und der schieren Verherrlichung der Technik.

Drei Werke dreier geistesverwandter Komponisten, dreier Franzosen mit längeren oder kürzeren Amerika-Abenteuern, dreier Avantgardisten, dreier virtuoser Rhythmiker und dreier Wegbereiter der modernen Klassik, vereint auf einer Scheibe, über die Milhaud schrieb: Es ist einfach phantastisch, perfekt, und zwar sowohl die Einspielung (des Utah Symphony Orchestra) als auch die Aufnahme. Beide, Dirigent Maurice Abravanel und die Aufnahmetechniker haben einen wunderbaren Job gemacht.“


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