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Haydn: Symphonies Nos.88 and 104 - Bournemouth Sinfonietta

LP (150g Vinyl) CRD CRD1070

Joseph Haydn Symphonie G-Dur Nr. 88 Symphonie D-Dur Nr. 104 (Londoner Sinfonie)

Bournemouth Sinfonietta Ronald Thomas (Leitung)

Aufnahme: 1980

EUR 15.00
inkl. MwSt

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Von den drei grossen Meistern der Wiener Klassik ist Haydn heute wohl der am wenigsten beachtete. Zweifellos besass er nicht die einmalige Universalität Mozarts, und im Vergleich zu Beethoven wirkt seine Sprache heiterer, gezügelter, weniger emotional, was bei flüchtigem Hinhören als "harmlos" missverstanden werden kann. Zudem hat er als ausserordentlich schaffensfreudiger Mann in seinem langen Leben nicht weniger als 104 Symphonien, 83 Streichquartette, 22 Opern, 12 Messen, zahlreiche Konzerte und eine Fülle von Kammermusikwerken geschrieben, so dass es uns heute schwer fällt, sein Werk als ganzes zu überblicken und zu kennen. Beethoven macht es uns leichter; aus seinen "bloss" neun Symphonien hat man schnell gelernt, die "Fünfte" von der "Pastorale" zu unterscheiden.

War Haydn etwa ein Vielschreiber, der mehr auf Quantität als auf Qualität setzte? Zweifellos unterschied sich sein Schaffensprozess von dem Mozarts und Beethovens. Als fest angestellter Hofkapellmeister diente er während 29 Jahren den Fürsten Esterhazy; er hatte also gegen ein gutes Salär seine Verpflichtungen zu erfüllen, um den Glanz des fürstlichen Hofes möglichst hell und weit erstrahlen zu lassen. Es ist wohl denkbar, dass solche Arbeitsbedingungen mitunter einengend wirken mussten, doch hinderten sie Haydn, der 24 Jahre vor Mozart und 38 Jahre vor Beethoven geboren worden war, nicht daran, in einem allmählichen Reifeprozess dem Streichquartett und der Symphonie die klassische Form zu geben, die für lange Zeit verbindlich bleiben sollte.

Haydn war kein Frühvollendeter; seine besten Werke schrieb er im Alter. Nach der Auflösung der fürstlichen Hofkapelie zu Esterhazy im Jahre 1790 wurde er mit einer grosszügigen Rente abgefunden und war fortan ein freier Mann. Sein Ruhm, der in alle Musikzentren Europas gedrungen war, trug ihm sogleich eine Einladung nach London ein (1790 - 1792), der ein zweiter Aufenthalt in den Jahren 1794 - 1795 folgte. Die 12 Symphonien, die Haydn in der Stadt an der Themse schrieb, bilden den Höhepunkt seiner künstlerischen Entwicklung; heute werden sie als Londoner-Symphonien bezeichnet.

Die Symphonie Nr. 104, Haydns letzte, wird vom ersten Takt an jeden überzeugen, dass "Papa Haydns" Musik alles andere als harmlos ist. Und wenn die Dramatik des Beginns allmählich freudenvolleren Tönen weicht, vollzieht Haydn dasselbe, was Beethoven in seiner neunten Symphonie explizit fordert. Doch genug der Worte, lassen wir die Musik sprechen!

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